Was wir tun
Die Situation
Die Hilfe richtet sich gezielt an die sozial bedürftige Bevölkerungsschicht, die eine plastisch - chirurgische Hilfe dringend benötigt.
Sie sind gezeichnet von Tumoren, Verbrennungen, Verletzungen oder Weichteildefekten.
Chance auf ein neues Leben
Für sie ist eine solche Behandlung nichts weniger als die Aussicht auf ein neues Leben. „Wer von der Norm abweicht, wer äußerlich durch Tumore, angeborene Fehlbildungen und Verbrennungsfolgen sehr entstellt ist, wer nicht funktioniert, hat in Afrika einen sehr geringen Stellenwert und fast keine soziale Chance“, sagt Dolderer.
Operationsteams
Die Interplast - Operationsteams setzen sich aus erfahrenen plastischen Chirurgen, Anästhesisten und Schwestern zusammen, die in ihrer Freizeit unentgeltlich Operationseinsätze durchführen. Die Patienten werden zudem durch Interplast eine Woche stationär versorgt.
OP-Einsatz
Pro Einsatz werden etwa 100 - 150 Operationen für etwa 20.000 € durch ehrenamtliche Tätigkeit und Spenden durchgeführt. Die medizinische Ausrüstung sowie die benötigten Medikamente und Materialien werden zum Teil von entsprechenden Herstellerfirmen gespendet.
INTERNATIONALE INSTITUT FÜR PLASTISCHE UND REKONSTRUKTIVE CHIRURGIE UND AUSBILDUNG
Ein weiteres wichtiges Anliegen, das sich die Sektion Baden-Baden/Bayreuth vor allem in Tanga in Tansania vorgenommen hat, ist die Ausbildung tansanischer Kollegen in plastisch - chirurgischen Techniken und Behandlungen.
Dieses Vorhaben wird von höchster administrativer Seite des Mbombo-Hospitals in Tanga sowie von Regierungsseite Tansanias tatkräftig unterstützt. So wird nun bei den regelmäßigen Einsätzen nicht nur das Ausbilden im OP, sondern auch in pragmatischen Vorlesungsveranstaltungen Techniken und Möglichkeiten für die tansanischen Kollegen, die sie vor Ort anwenden können, diskutiert und dargestellt.
So werden die afrikanischen Kollegen vor allem in Behandlungsverfahren von Verbrennungen, -Kontrakturen sowie der Entfernung von Tumoren und chronischen Wunden und deren Behandlung mittels Spalthauttransplantation und lokalen Lappenplastiken ausgebildet. Dies hat jetzt über die Jahre einen enormen Zulauf und festen Stellenwert bekommen.
Des Weiteren wurde im Juli 2018 ein weiterer großer Meilenstein erreicht und ein internationales Institut für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Ausbildung am Bombo-Hospital in Tanga von den plastischen Chirurgen Dr. Dr. Rüdiger Herr und Assoc. Prof. Dr. Jürgen Dolderer gegründet, um stabile Strukturen für die operativen Einsätze, aber auch für die Ausbildung von tansanischen Kollegen zu schaffen. Dadurch soll eine bessere plastisch - chirurgische Versorgung der vielen armen, hilflosen und kindlichen Patienten ermöglicht werden.
Wenn selbst der Abschluss der Heilung in einigen Fällen wegen des Einsatzendes nicht selbst in Augenschein genommen werden kann, ist durch telemedizinische Übertragung der Verläufe eine ausreichende Kontrolle des operativen Ergebnisses gewährleistet. Auch kann eine bessere Vorbereitung auf beiden Seiten für die Einsätze erfolgen.
Zudem wird durch die Institutsgründung ein besserer Austausch von afrikanischen Kollegen nach Deutschland ermöglicht.
Das Klinikum Bayreuth wie auch die Stadt Bayreuth unterstützt dieses Vorhaben ebenfalls.